Warum mehr Werbebudget nicht automatisch mehr Kunden bringt
Viele Unternehmen investieren Monat für Monat mehrere Tausend Euro in bezahlte Online-Werbung. Google Ads, Social Media Ads oder andere Kampagnen bringen Reichweite, erzeugen Klicks und sorgen dafür, dass potenzielle Kunden auf das Unternehmen aufmerksam werden.
Und trotzdem passiert anschließend erstaunlich wenig.
Die Klickzahlen sehen ordentlich aus, das Werbebudget wird zuverlässig ausgegeben – aber das Telefon bleibt still. Es kommen kaum Anfragen herein und aus den Websitebesuchern werden keine neuen Kunden.
Die erste Vermutung liegt dann häufig nahe: Die Werbeanzeigen funktionieren nicht.
Also werden Kampagnen angepasst, Zielgruppen verändert, neue Anzeigen geschrieben oder sogar die betreuende Agentur infrage gestellt.
Dabei liegt das eigentliche Problem häufig an einer ganz anderen Stelle.
Der Klick ist nur der Anfang
Eine gute Werbeanzeige hat zunächst nur eine Aufgabe: Sie soll bei der richtigen Zielgruppe Interesse erzeugen und den Nutzer zum nächsten Schritt bewegen.
Wenn jemand auf eine Anzeige klickt, hat sie genau das geschafft.
Doch in diesem Moment beginnt der entscheidende Teil der Customer Journey erst.
Der Nutzer landet auf Ihrer Website oder einer speziell eingerichteten Landingpage. Innerhalb weniger Sekunden versucht er dort unterbewusst mehrere Fragen zu beantworten:
Bin ich hier richtig?
Versteht dieses Unternehmen mein Problem?
Kann mir dieser Anbieter tatsächlich helfen?
Wirkt das Unternehmen seriös und vertrauenswürdig?
Was soll ich als Nächstes tun?
Findet ein Besucher darauf keine schnellen und überzeugenden Antworten, ist er häufig genauso schnell wieder verschwunden, wie er gekommen ist.
Das Werbebudget hat seinen Zweck erfüllt und den potenziellen Kunden auf die Seite gebracht. Die Website schafft es anschließend jedoch nicht, ihn weiterzuführen.
Wenn die Landingpage zum Conversion-Killer wird
In der Praxis sehen wir immer wieder Webseiten, auf die aktiv Werbebudget geleitet wird, obwohl wesentliche Grundlagen für eine erfolgreiche Conversion fehlen.
Die Botschaft ist unklar. Der Besucher muss erst mehrere Absätze lesen, bevor überhaupt verständlich wird, welches Problem das Unternehmen löst.
Die Seite lädt zu langsam und der potenzielle Kunde verliert bereits vor dem ersten Eindruck die Geduld.
Die wichtigsten Vorteile des Angebots bleiben verborgen, während interne Unternehmensinformationen viel zu viel Raum einnehmen.
Es fehlt an Vertrauen, beispielsweise durch Referenzen, Kundenstimmen, nachvollziehbare Leistungen oder klare Ansprechpartner.
Und wenn ein Interessent schließlich Kontakt aufnehmen möchte, wartet auf ihn ein Formular mit zehn oder fünfzehn Pflichtfeldern.
Jede dieser Hürden senkt die Wahrscheinlichkeit, dass aus einem Klick eine echte Anfrage wird.
Mehr Traffic löst keine Probleme auf der Website
Genau hier entsteht ein kostspieliger Denkfehler.
Wenn aus 1.000 Besuchern kaum Anfragen entstehen, erscheint es zunächst logisch, einfach mehr Besucher einzukaufen.
Doch dadurch wird das eigentliche Problem nicht gelöst.
Werbung auf eine schwache Website zu leiten ist wie Wasser in ein Fass ohne Boden zu schütten. Man kann immer mehr Wasser hineingießen – solange das Leck nicht geschlossen wird, wird das Fass trotzdem nicht voll.
Mit bezahlter Werbung verhält es sich genauso.
Eine Kampagne kann hervorragend funktionieren und trotzdem wirtschaftlich enttäuschen, wenn die nachgelagerte Website ihre Aufgabe nicht erfüllt.
Mehr Werbebudget verstärkt dann nicht den Erfolg, sondern lediglich die Ineffizienz.
Eine gute Landingpage führt den Besucher
Eine leistungsfähige Landingpage muss nicht kompliziert sein. Im Gegenteil: Je klarer sie aufgebaut ist, desto leichter fällt es einem Besucher, eine Entscheidung zu treffen.
Bereits im sichtbaren Bereich sollte eindeutig erkennbar sein, welches Angebot das Unternehmen macht und welchen konkreten Nutzen der Kunde davon hat.
Anschließend sollte die Seite den Besucher Schritt für Schritt durch seine Entscheidung führen: vom Problem über die passende Lösung bis zum nächsten sinnvollen Schritt.
Dazu gehören unter anderem eine klare Positionierung, verständliche Leistungen, überzeugende Vorteile, Vertrauenselemente und eindeutige Handlungsaufforderungen.
Auch technische Faktoren spielen eine entscheidende Rolle. Kurze Ladezeiten, eine saubere Darstellung auf Smartphones und möglichst geringe Hürden bei der Kontaktaufnahme sind heute keine Extras mehr. Sie gehören zum Fundament einer Website, die aus Besuchern Kunden machen soll.
Nicht nur Klickpreise messen
Bei bezahlter Werbung wird häufig sehr genau auf Kennzahlen wie Klickpreise, Impressionen oder Klickraten geschaut.
Diese Zahlen sind wichtig – aber sie erzählen nur einen Teil der Geschichte.
Für ein Unternehmen ist letztlich nicht entscheidend, wie günstig ein Klick eingekauft wurde. Entscheidend ist, was nach diesem Klick passiert.
Wie viele Besucher stellen tatsächlich eine Anfrage?
Wie viele davon werden zu qualifizierten Kontakten?
Wie viele daraus zu Kunden?
Und was kostet am Ende die Gewinnung eines neuen Kunden?
Eine Kampagne mit einem höheren Klickpreis kann wirtschaftlich wesentlich erfolgreicher sein als eine vermeintlich günstige Kampagne, wenn Website und Landingpage anschließend deutlich besser konvertieren.
Erst das Fundament, dann das Werbebudget
Bevor Unternehmen ihr Werbebudget erhöhen, lohnt sich deshalb ein kritischer Blick auf die gesamte Strecke zwischen Anzeige und Anfrage.
Passt die Botschaft der Anzeige zur Landingpage?
Versteht ein Besucher innerhalb weniger Sekunden, worum es geht?
Werden die wichtigsten Fragen potenzieller Kunden beantwortet?
Entsteht ausreichend Vertrauen?
Ist der nächste Schritt klar erkennbar?
Und ist die Kontaktaufnahme so einfach wie möglich?
Erst wenn diese Grundlagen stimmen, kann bezahlte Werbung ihr volles Potenzial entfalten.
Denn eine gute Kampagne bringt Menschen auf Ihre Website. Eine gute Website macht aus diesen Menschen Interessenten – und im besten Fall Kunden.
Deshalb gilt:
Bevor der nächste Euro in Anzeigen fließt, sollte das Fundament stimmen. Erst den Eimer flicken, dann das Wasser aufdrehen.
Alles andere kann schnell zu sehr teurem Lehrgeld werden.
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